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ANJA LUITHLE
 
"Objekte"

 
13. März - 23. April 2003
 
 


Anja Luithles Objekte betrachtet man nicht, man begegnet ihnen. Es sind lebendige Gegenüber, von imaginären Körpern beseelte Dinge, die uns in ihren Bann ziehen, uns in Zwiegespräche verwickeln. Meist von computergesteuerten Motoren in Bewegung versetzt, agieren ihre Objekte wie auf einer Bühne. Sie präsentieren sich, zeigen hintergründig An- und Einblicke, spielen mit exhibitionistischen Attitüden und Voyeurismus, verwischen die Grenzen zwischen Schein und Sein. Und wie auf einer Bühne verdichten sich diese Aktionen zu handlungstypischen Mustern, zu stereotypen Bewegungen.
 
Die "Portraits typischer Figuren" werden von Anja Luithle aus den bekleidenden Hüllen geformt. Aus kostbar schimmernden Stoffen gefertigte Kostüme, Perücken, Brillen, Handtaschen oder Schuhe, sie alle erzählen auf subtile Art und Weise die großen und kleinen Geschichten des Lebens, in denen Freud und Leid, Sehnsucht und Scheitern, Lust und Angst, der Drang nach Selbstdarstellung und der Wunsch nach Intimität und Schutz untrennbar miteinander verbunden scheinen.
 
Anja Luithles Objekte verbergen nicht, sondern sie legen frei. Und das genüßlich. Doch nie geraten diese feinsinnige Einblicke in die menschliche Psyche zu peinlichen Bloßstellungen. Sie zeugen vielmehr von der ironischen Selbstreflektion ihrer Autorin und die ist schaurig-schön und herrlich gemein.
 (Text: Stefanie Lucci, "Die Welt ist eine Bühne - Zu den Objekten von Anja Luithle".)
 
"Innenschau", 2003
diverse Materialien 55 x 70 cm